Infrastruktur

Die Region Chemnitz besitzt ein sehr dichtes Straßen- und Schienennetz.
Mit einer Gesamtlänge von über 5300 km*) von Straßen des überörtlichen Verkehrs (Bundesautobahnen, Bundes-, Staats- und Kreisstraßen) erreicht die Region Chemnitz eine Netzdichte von ca. 813 km/Tkm² und liegt damit  über dem sächsischen Durchschnittswert von ca. 755 km/Tkm².

*) Statistisches Jahrbuch Sachsen 2012

Im Gesamtverkehrssystem trägt die Straße die Hauptlast des Verkehrs.
Die Erhaltung und weitere Entwicklung der Straßeninfrastruktur stellt deshalb ein wichtiges Handlungsfeld dar. In den vergangenen Jahren wurden bereits umfangreiche Neu- und Ausbauinvestitionen im Straßennetz durchgeführt und damit die Erreichbarkeit und Anbindung der Region erheblich verbessert. Maßgeblich dazu beigetragen haben insbesondere der 6-streifige Ausbau der BAB A 4, der Neubau der BAB A 72 Chemnitz - Leipzig sowie zahlreiche Ortsumgehungen und Verlegungen im Bundes- und Staatsstraßennetz. Bei der Anbindung an das Autobahnnetz sowie an angrenzende Oberzentren bestehen im Regionsgebiet deutlich differenzierte Bedingungen hinsichtlich des erforderlichen Zeitaufwandes. Auch vor dem Hintergrund wachsender Anforderungen im Straßengüterverkehr wird deshalb den verkehrswirksamen Aus- und Neubaumaßnahmen zur Schließung bestehender Netzlücken im Zuge von überregionalen und regionalen Verbindungsachsen besondere Bedeutung beigemessen. Die im Landesverkehrsplan 2025 des Freistaates Sachsen enthaltenen sog. Schlüsselprojekte für den Ausbau der Straßeninfrastruktur bilden dafür eine wichtige Planungsgrundlage. Gleichzeitig sind zur Sicherung der Daseinsvorsorge im ländlichen Raum die Voraussetzungen für eine leistungsgerechte Verkehrsanbindung an das überörtliche Straßennetz zu gewährleisten.

Zur weiteren Stärkung  und Entwicklung von grenzüberschreitenden Wirtschaftskooperationen insbesondere mit der Tschechischen Republik ist das Angebot leistungsfähiger Verkehrsverbindungen für den Wirtschaftsverkehr noch weiter auszubauen.

Der Ausbauzustand und die Leistungsfähigkeit der vorhandenen Schieneninfrastruktur haben durch umfangreiche Sanierungs- und Ausbaumaßnahmen einen guten Stand erreicht. Für die überregionale Anbindung der Region haben die bereits ausgebauten und noch auszubauenden Abschnitte auf der Sachsen-Franken-Magistrale (Dresden - Chemnitz - Zwickau - Plauen - Hof - Nürnberg) und des Abzweiges Werdau - Crimmitschau - Leipzig sowie die Mitte-Deutschland-Verbindung (Chemnitz - Gera - Erfurt - Ruhrgebiet) besondere Bedeutung. Mit dem geplanten fernverkehrstauglichen Ausbau und der Elektrifizierung der Strecke Chemnitz - Leipzig werden mit qualitativer Aufwertung verbesserte Erreichbarkeitsbedingungen an den Fernverkehrsknoten Leipzig entstehen. Gleichzeitig eröffnet diese Maßnahme Möglichkeiten der Einbindung des Oberzentrums Chemnitz in den S-Bahnverkehr der Stadt Leipzig. Darüber hinaus besitzt die zweigleisige, elektrifizierte Strecke Chemnitz - Döbeln - Riesa - Berlin als nutzbare Direktverbindung der Region zur Metropolregion Berlin-Brandenburg Entwicklungspotenzial.
Die Region Chemnitz ist derzeit nur durch Regionalzüge an den Fernverkehr der Bahn angebunden.

Durch Verknüpfung von Straßenbahn und Eisenbahn (Chemnitzer Modell) wurde ein innovatives und attraktives öffentliches Verkehrsangebot in der Region geschaffen, das die Stadt Chemnitz mit ihrem Umland umsteigefrei verbindet. In das Streckennetz des Chemnitzer Modells sind derzeit die Verbindungen  Chemnitz - Stollberg, Chemnitz - Burgstädt und Chemnitz - Hainichen  (CityBahn Chemnitz) sowie Chemnitz - Mittweida (DB Regio Südost) eingebunden. Durch den Verkehrsverbund Mittelsachsen sind weitere Ausbaustufen und Direktverbindungen geplant, die nach dem Umbau des Hauptbahnhofes Chemnitz bis Ende 2014 schrittweise umgesetzt und verkehrswirksam werden sollen.

Die Regionalbahnstrecken in das Erzgebirge wurden nach erfolgten Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen durch die Erzgebirgsbahn und die Freiberger Eisenbahn zu leistungsfähigen Bahnverbindungen ausgebaut. Eine besondere Attraktion bietet die Fichtelbergbahn, die über Schmalspurgleise zwischen Cranzahl und Oberwiesenthal verkehrt.

Für das Regionsgebiet Vogtland und Westerzgebirge werden durch die Vogtlandbahn in modernen Triebzügen Verkehrsleistungen erbracht. Durch die Vogtlandbahn ist auch die Zwickauer Innenstadt (Zwickauer Modell) über den Hauptbahnhof Zwickau als direkte Bahnverbindung der Strecke Zwickau - Auerbach - Klingenthal - Kraslice angebunden.

In den Oberzentren Chemnitz, Plauen und Zwickau haben die Straßenbahnnetze große Bedeutung für die innerstädtische Verkehrsinfrastruktur und Angebotsqualität.

Im Rahmen der  Weltausstellung EXPO-2000 in Hannover wurde EgroNet erfolgreich als neues, grenzüberschreitendes Nahverkehrssystem entwickelt. Es bietet in der sog. Vierländerregion (Teile der Freistaaten Bayern, Sachsen und Thüringen sowie des Bezirkes Karlovy Vary) ein optimal aufeinander abgestimmtes Mobilitätssystem im Bereich SPNV/ÖPNV.

In der Region Chemnitz werden zahlreiche stillgelegte Bahnstrecken als touristische Infrastruktur  und Museumsbahn genutzt. Dazu gehören auch die Schmalspurbahnen Jöhstadt - Schmalzgrube (Pressnitztalbahn) oder Schönheide - Stützengrün.

Die Nachnutzung nicht mehr für den Bahnbetrieb benötigter und freigestellter Bahnstrecken als Rad-/Wanderweg wird bereits auf einigen Strecken gut angenommen und ist Bestandteil von aktuellen Radverkehrsplanungen.



Zschopautalbrücke


Talsperre Einsiedel


Grundschule Thum